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Hydrokultur Pflanzen: 3 Gründe warum Hydrokulturen immer beliebter werden und alles was Du zur Pflege wissen solltest

Hydrokulturen waren in den 90er Jahren sehr beliebt. Pflanzen die ohne Erde leben und wachsen können, war damals wie Zauberei. Heute ist ist die Hydrokultur wieder im Trend! Doch wie soll eine Pflanze überhaupt ohne Erde überleben und wie kannst Du Dir Deine eigene Hydrokultur pflanzen? So viele Fragen, doch wir haben für Dich die passenden Antworten.

Hydrokulturen ein Trend der 90er

Zu den Erfindern der Hydrokultur kann man wohl 2 besondere Menschen zählen. Gerhard Baumann entwickelte, durch Studium der entsprechenden Fachliteratur, neue Pflanzegefäße mit einer Bewässerungsmethode. Mit Hilfe eines Gießrohres gelangt Wasser auf den Boden der Gefäße und wird dort von einer Schicht Kies einer einer Glasfasermatte aufgenommen. Gepflanzt wurde jedoch noch mit Erde oder Torf.

Gerhard Baumann konnte seinen neuen Pflanzgefäße gut vermarkten, forschte jedoch weiterhin an einer noch einfacheren Methode. Er hatte jedoch keine vorherigen Kenntnisse in der Botanik, denn er war eigentlich im Baugeschäft tätig und stieß so auf den Blähton. Er experimentierte mit dem Blähton, fand die richtige Korngröße heraus und entschied sich endgültig für Blähton als Substrat. Nach und nach entwickelte er ein gut funktionierendes Hydrokultursystem.

Zur gleichen Zeit forschte Günter Gregg an der Kutivierung von Pflanzen in Grodan (Steinwolle). Er hatte eine eigene Gärtnerei und kannte sich sehr gut aus mit der Vermehrung und Anzucht von Pflanzen. In seinem Betrieb war die Anzucht mit Grodan erfolreich, nur privat gab es Probleme mit der Pflege. So entschloss auch er sich mit dem Blähton auseinander zusetzen. 1971 begegneten sich Gerhard Baumann und Günter Gregg und einigten sich auf eine freundschaftliche Zusammenarbeit.

Günter Gregg entwickelte die notwendig gewordenen Gittertöpfe für die Anzucht, damit können erdlose Pflanzen von klein auf in dem mineralischen Substrat kultiviert werden.

Heute wieder modern

Im Gegensatz zu früher muss man sich heute nicht mehr nur mit der Schefflera als Hydrokultur begnügen. Ein Grund warum Hydrokultur Pflanzen wieder im trend sind, ist die große Auswahl an geeigneten Pflanzen und die leichte Pflege.

Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass Orchideen tauglich zum Hydrokultur Pflanzen sind. Da sich Blähton im Gegensatz zur Orchideen-Erde nicht mit der Zeit zersetzt, erspart man sich in Hydrokultur über Jahre das nicht sehr einfache Umtopfen der Pflanzen.

Möchtest Du mehr über Orchideen erfahren, dann schau doch gleich mal in unseren Artikel Orchideen Pflege. Hier findest Du viele spannende Tipps und Tricks.

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Hydrokultur Pflanzen: so funktioniert’s!

Hydrokultur Pflanzen wird immer beliebter, doch was ist das eigentlich und wie soll sich Gießwasser in den Kugeln halten, so ganz ohne Erde?

Was ist eigentlich Hydrokultur?

Hydrokultur heißt eigentlich nichts anderes als „Wasser-Anzucht“. Es hat sich herausgestellt, dass Pflanzen auch ohne Erde überleben und wachsen können. Das einzige Problem dabei: sie benötigen Wasser, Nährstoffe und Luft. Die Erde dient den Pflanzen eher als eine Art Fundament, in dem sie nicht umfallen können. Das gelingt ihnen aber in Blähtonkugeln genauso. Und darum geht’s auch, Pflanzen wachsen in einem speziellen Topf, jedoch nicht mit Erde sondern mit kleinen Steinchen (Blähton).

Was sind diese kleinen Steinchen (Blähton)?

Blähton (Keramsit) ist ein sehr vielseitiges Material. Um ihn herzustellen wird Lehm bei ca. 1200°C in Drehöfen gebrannt, daher ist das Material sehr hart. Blähton ist chemisch völlig neutral und weder löslich noch durch Wasser ausspülbar. Was ist der Blähton denn nun so geeignet für Hydrokulturen? Bei der Herstellung der kleinen Kügelchen werden im inneren Gase frei, diese zerstören nicht die Oberfläche, sondern bilden mikroskopisch feine Poren. Das Ergebnis: Steine, mit einer festen aber leicht durchlässigen Oberfläche – ein idealer Wasserspeicher also. Bei der Bewässerung füllen sich nämlich diese Poren mit Wasser, das nur sehr langsam wieder aus den den Poren entkommt.

Blähton sollte vor der ersten Verwendung mit Wasser abgespült werden. Dadurch werden anhaftende Feinteile und lösliche Salze entfernt.

Hydrokultur pflanzen

Warum mögen manche Pflanzen keine Hydrokulturen?

Jede Pflanze kannst Du in Hydrokultur Pflanzen, es gibt jedoch Pflanzen für die ist es nicht das Optimalste. Venusfliegenfallen beispielsweise, sie benötigen einen sauren pH-Wert im Boden und ein eher kalkarmes Milieu. Das macht die Anzucht in Blähton eher schwierig aber nicht unmöglich.

Also fast alle Pflanzen sind in der Lage mit Blähton zu gedeihen.Wichtig ist nur, dass man die richtige Größe des Granulats an der Größe der Pflanze anpasst. Blähton ist nämlich ohne Wasser sehr leicht. Sind die Tonkügelchen zu klein kann es passieren, dass Dir die Pflanze im Topf umkippt. Achte also darauf, dass Du große Kugeln für eine große Pflanze kaufst. Am besten eignet sich jedoch immer die mittlere Körnung, die Körner haben dabei eine größe von 4-10mm.

Von der Erde zur Hydrokultur

Möchtest Du selber einmal Hydrokultur Pflanzen, dann ist das gar kein Problem. Wichtig ist nur, der richtige Topf für Deine Hydrokultur. Diese speziellen Hydrokultur-Töpfe bekommst Du in jedem Gartencenter.

Schritt 1: Am besten machst Du das im Frühjahr. Entferne vorsichtig Deine Pflanze aus dem Topf und wasche die restliche Erde von den Wurzeln der Pflanze.

Schritt 2: Setze Deine Pflanze mit ihren nackten Wurzeln nun in den speziellen Innentopf.

Schritt 3: Stelle die Wasseranzeige hinein und fülle den Topf mit Blähton.

Schritt 4: Klopfe nun den Boden des Topfes vorsichtig auf die Tischplatte, damit sich der Blähton zwischen den Wurzeln verteilt und sie ordentlich halt bekommen.

Schritt 5: Zum Schluss stellst Du Deinen fertigen Innentopf in den wasserdichten Übertopf und voilá, fertig ist Deine Hydrokultur.

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Vorteile der Hydrokulturen

Zimmerpflanzen in Hydrokultur macht so einiges einfacher. Wir zeigen Dir welche Vorteile das Hydrokultur Pflanzen bietet.

Keim-und Schädlingsfrei

Der Blähton ist eine anorganische Substanz, enthält also keine Nährstoffe. Dieses Tongranulat bildet daher auch kein Nährbode für Keime oder Schädlinge. Schimmel entsteht auf Blähton umso seltener.

Fast alle Zimmerpflanzen gedeihen in Hydrokultur

Sogar Kakteen gedeihen ohne Erde, nur die richtige Wassermenge ist entscheidend für den Erfolg. Im Sommer solltest Du bei ihnen den Wasserstand nicht höher als „Optimum“ füllen, lässt ihn auf „Minimum“ absinken und wartest 3-5 Tage, bevor Du erneut gießt.

Tipp: Für Kakteen benutzt Du am besten Blähton in der größten Körnung, so stehen sie nicht zu feucht.

Möchtest Du die Hydrokultur mal mit einem Kaktus versuchen? Dan haben wir hier einen wirklich robusten und dekorativen Euphorbia Kaktus für Dich.

Verreisen ohne schlechtes Gewissen

Bei kürzerer Abwesenheit genügt es den Wasserstand im Topf ausnahmsweise bis zur „Maximum“-Marke aufzufüllen. Bist Du jedoch länger weg, holst Du sie aus dem Übertopf und stellst sie in eine Wanne. Diese Wanne füllst Du 2cm mit Wasser, hier kann sich Deine Pflanze eine Zeit lang selbst versorgen.

Ideal für Allergiker

Im Blähton bilden sich, im Gegensatz zu normaler Blumenerde, keine Pilzsporen. Hydrokulturen können somit keine allergischen Reaktionen auslösen und eignen sich daher perfekt für Wohnräume und Büros.

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Staunässe ist keine Gefahr mehr

Ein häufiger Fehler bei Pflanzenliebhabern ist das Überwässern. Die meisten Pflanzen mögen keine Staunässe. Werden sie zu viel gegossen können die Wurzeln anfangen zu faulen. Dank dem Tongranulat ist die Staunässe keine Gefahr mehr, denn Wasser, welches von den Wurzeln nicht sofort aufgenommen werden kann, wird im Blähton gespeichert.

Hydrokulturen pflegen

Hydrokultur Pflanzen sind sehr einfach zu pflegen, du kannst nämlich mithilfe der Wasserspeicheranzeige gar nichts falsch machen. Hier kommen trotzdem einige wichtige Tipps auf die Du unbedingt achten solltest.

Das solltest Du beim Gießen beachten

Deine Hydrokultur Pflanzen brauchen, nach der Umstellung von Erde zu Blähton, einige Wochen zum wachsen. Die Wasserstandanzeige gibt den Vorrat an Wasser im Topf an. In der Anwachsphase solltest Du erst gießen, wenn der Pegel sich unter dem Minimum befindet.

Nur in Ausnahmesituationen darf die Anzeige auf Maximum stehen, da die Wurzeln ansonsten zu wenig Sauerstoff bekommen und anfangen zu schimmeln. Ansonsten lässt Du die Anzeige um die Minimum-Markierung pendeln, da kann absolut nichts schief gehen.

Musst Du Deine Hydrokultur Pflanzen umtopfen?

Hydrokultur Pflanzen musst Du erst Umtopfen, wenn sie zu groß geworden sind. Das kann jedoch mehrere Jahre dauern, da die meisten Hydrokultur Pflanzen viel langsamer wachsen als wenn sie in normaler Erde stehen würden. Das Umtopfen ist also eher nicht nötig. Du kannst jedoch  jährlich 1-2mal die obersten 2-3 Zentimeter umtauschen. Sie reichern sich nämlich mit Nährsalzen an und hinterlassen einen unschönen Belag auf der Oberfläche.

Tipp: Spülst Du den Blähton mit klarem Wasser ab, kanns Du sie wiederverwenden.

Hydrokulturen Düngen

Für Hydrokultur Pflanzen gibt es speziellen Hydrokultur-Dünger, dieser ist niedriger dosiert als normaler Blumendünger. Eine vierteljährliche Düngen reicht normalerweise völlig aus. Hydrokultur-Dünger erhälst Du in jedem Gartencenter oder auch online.

hydrokultur pflanzen

Eine Hydrokultur pflanzen ist unglaublich vorteilhaft. Du kannst mithilfe der Wasserspeicheranzeige auch absolut nichts falsch machen. Alles was Du brauchst ist ein spezieller Topf und den Blähton.

Möchtest Du noch mehr spannendes über Zimmerpflanzen wissen oder suchst noch die richtige Pflanze mit der Du Deine Hydrokultur starten kannst? Dann schau doch mal bei uns im Shop vorbei.

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