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Dünger selber machen: 3 einfache DIY Rezepte

Da Zimmerpflanzen natürlicherweise draußen im Grünen wachsen und teilweise nicht in unseren Breitengraden, ist es wichtig ihnen mit etwas Dünger unter die Arme zu greifen. Gerade im Frühling, nach der Ruhephase benötigt die Pflanze besonders viele Nährstoffe. Durch richtiges Düngen kannst du gesundes Wachstum unterstützen und Mangelerscheinungen vorbeugen. Hier stellen wir dir ein Paar nützliche Tipps vor und wie du ganz einfach Dünger selber machen kannst.

Warum brauchen Pflanzen eigentlich Dünger?

Das ist eine gute Frage und auch ganz einfach beantwortet. Pflanzen die wir uns in die Wohnung oder im Sommer auf den Balkon stellen wachsen natürlicherweise nicht bei uns in der freien Natur. Meist sind es Tropische und südländische Pflanzen, die ein anderes Klima und eine andere Vegetation gewohnt sind. Nährstoffe, die über den Boden aufgenommen werden sind meist über Jahrzehnte verfügbar.

Da wir uns jedoch die Pflanzen zu hause in einem Topf halten, haben die Pflanze nach einiger Zeit nicht mehr genügend Nährstoffe im Boden. Aber das ist halb so wild, wir helfen dir erst einmal zu verstehen was für Nährstoffe die Pflanze braucht, auf was du besonders achten musst und wie die Dünger selber machen kannst.

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Welche Nährstoffe sind wichtig für die Pflanze?

Wir wissen: pflanzen benötigen Nährstoffe zum Überleben. Doch welche sind besonders wichtig und was passiert wenn die Pflanze zu viel oder zu wenig davon hat?

Stickstoff: benötigt die Pflanze für das Wachstum und die Bildung von grünen Blättern. Ein Überschuss zeigt sich durch dunkelgrüne Blätter und lange, schwache und dünne Triebe. Die Pflanzen sind so anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Ein Mangel zeigt sich in Form von schwachem Wachstum und kleinen hellgrünen bis gelben Blättern.

Phosphor: ist sehr wichtig für die Blütenbildung, für das Wachstum von Wurzeln und die Bildung von Chlorophyll. Ein Überschuss zeigt sich in Wachstumsstörungen. Mangelerscheinungen äußern sich durch schwaches Wurzelwachstum, kleine Blüten und Blätter. Manchmal verfärben sich auch die Unterseiten der Blätter blaugrün bis violett und die Oberseiten zeigen eine bräunliche Verfärbung.

Calcium: entsäuert den Boden und verbessert die Durchlüftung der Erde. Es steigert die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe und regt die Zellteilung an. Zu viel Calcium sorgt für gelblich-grüne Blätter und führt zum Absterben junger Pflanzenteile.

Magnesium: ist notwendig für die Bildung von Blattgrün und Eiweiß und reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze.

Werden ältere Blätter fleckig und gelblich, die Blattadern bleiben jedoch grün, ist dies ein Zeichen für Magnesiummangel. Magnesiumüberschuss führt meist zu einem Calciummangel.

Schwefel: ist Bestandteil wichtiger Verbindungen, einige Schützen beispielsweise vor Insektenfraß. Dieser wichtige Pflanzennährstoff kann durch Emissionen von z.B. Industrie oder Verkehr freigesetzt werden und ist daher üblicherweise für Pflanzen ausreichend verfügbar. Ein Mangel führt meist zu Wuchshemmungen an jüngeren Blättern.

Kalium: sorgt für einen entsprechenden Wasserhaushalt der Pflanze. Es stärkt das Zellgewebe und macht die Pflanze Widerstandsfähiger. Bei einem Kaliummangel wird oft die Wurzelbildung beeinträchtigt. Zuviel Kalium sorgt für eine verminderte Aufnahme an Magnesium.

Weitere interessante Fakten zum Thema Nährstoffaufnahme von Pflanzen findest du hier.

Woraus bestehen Dünger aus dem Baumarkt?

Im Baumarkt findest du eine Menge Möglichkeiten deine Pflanze zu düngen. Ob nun als Spezial-, Langzeit-, Flüssig- oder organischer Dünger, alle beinhalten unterschiedliche Nährstoffzusammensetzungen. Im Baumarkt kannst du auch Volldünger kaufen, dieser besteht aus allen drei Grundbestandteilen NPK (Stickstoff-Phosphor-Kalium) sowie aus Spurenelementen. Volldünger ist universell einsetzbar und hat ein ausgeglichenes Nährstoffverhältnis, das heißt alle 3 Zahlen, auf der Rückseite der Verpackung, sind annähernd gleich. Du kannst dir den Gang zum nächsten Baumarkt auch sparen und Dünger ganz einfach selber machen.

Worauf solltest du beim Düngen besonders achten?

Hat deine Pflanze bereits Mangelerscheinungen ist es meist schon zu spät, denn Dünger ist kein Heilmittel für Pflanzen. Wichtig ist, dass du regelmäßig und gut dosiert düngst. Im Frühling und Sommer kannst du deine Pflanzen alle 2 Wochen düngen, im Spätherbst gibst du der Pflanze schon etwas weniger und im Winter fast gar nichts.

Tipp: achte darauf dass du mit oder nach dem Düngen der Pflanze etwas Wasser gibst, so sind die Nährstoffe verfügbarer für Pflanzen.

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Dünger selber machen: so einfach geht’s

Nun gehts ans Eingemachte, hier kommen die mit Spannung erwarteten 3 Rezepte:

Rezept 1: Dünger aus der Küche – Kaffeesatz

Wenn du gern Kaffee trinkst, kannst du deinen Pflanzen sogar noch was Gutes tun. Kaffeesatz enthält unwahrscheinlich viel Stickstoff und ist reich an Schwefel und Phosphor. Mit Kaffeesatz kannst du ganz einfach Dünger selber machen.

Schritt 1: bevor du den Kaffeesatz als Dünger verwendest, solltest du ihn erst einmal über mehrere Tage sammeln. Es lohnt sich sonst kaum mit jeder einzelnen Filtertüte durch den Garten zu laufen.

Schritt 2: der wichtigste Schritt ist das Trocknen. Lass deinen Kaffeesatz am besten auf einer größere Fläche ausgestreut in der Sonne trocken. Ohne den Trocknungsvorgang, kann es passieren dass deine Pflanzenerde mit dem Dünger anfängt zu schimmeln.

Schritt 3: nun kannst du deinen eigenen getrockneten Kaffeesatz flach in die Bodenoberfläche einarbeiten.

Tipp: Streust du den selbstgemachten Dünger nur aus, zersetzt er sich sehr langsam und die Wirkung des ist zu gering.

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Rezept 2: Ein Geschenk aus dem Hühnerstall – die Eierschale

Es geht noch einfacher Dünger selber zu machen. Nachdem du dir ein Spiegelei gebraten hast, heb dir unbedingt die Eierschale auf! Eierschale beinhaltet nämlich viel Kalk und erhöht den pH-Wert deines Bodens.

Schritt 1: Gib die zerkleinerte Eierschale in ein Behalter mit Wasser und lass es einige Stunden einwirken.

Schritt 2: Die Eierschale kannst du nun herausnehmen, da sie sich nicht zersetzt.

Schritt 3: nun kannst du deine Pflanzen mit dem Wasser gießen.

Tipp: Da die Eierschale den pH-Wert erhöht solltest du ihn nicht für Pflanzen benutzen, die lieber sauren Boden mögen (z.B. Hortensien, Fleischfressende Pflanzen).

Rezept 3: Dünger aus dem Garten – Brennnesseljauche

Das im Garten eher unerwünschte Unkraut kann im Handumdrehen zu einer tollen Dünger-Kur umfunktioniert werden. Neben den wohltuenden Nährstoffen, wirkt die Brennnessel-Jauche abschreckend auf Schädlinge. Dünger selber machen aus Brennnesseln, so einfach geht’s:

Schritt 1: Am besten du nimmst ein großes Gefäß aus Kunststoff, Stein oder Holz. Vermeide die Verwendung von Metallgefäßen, da es während der Gärung zu einer chemischen Reaktion der Jauche kommen kann. Platziere das Gefäß an einen möglichst sonnigen und warmen Ort.

Schritt 2: Zerkleinere 1kg Brennnesseln und gebe sie in das Gefäß, welches du anschließend mit 10 Liter Wasser bis kanpp unter den Rand auffüllst.

Schritt 3: die Jauche sollte 1x täglich umgerührt werden, da Sauerstoff für die Gärung notwendig ist.

Schritt 4: Nach etwa 14 Tagen ist die Jauche fertig. Sie hat nun eine braune Färbung und es bilden sich keine Bläschen mehr. Du kannst sie nun gut verschließen, dunkel Lagern und die gesamte Gartensaison verwenden.

Schritt 5: Verdünne die Brennnesseljauche um 1:10 mit Wasser und gieße sie direkt in den Wurzelbereich.

Tipp: Brennnesseljauche riecht sehr unangenehm, daher solltest du sie lieber draußen auf deinem Balkon lagern.

Ob nun mit Eierschale, Kaffeesatz oder Brennnesseln, du kannst nun mit diesen 3 Zutaten ganz einfach Dünger selber machen. Probier es doch gleich ma aus! Hast du nicht genügend Pflanzen für deinen selbstgemachten Dünger? Dann schau doch mal auf unserer Seite vorbei und lass dich inspirieren.

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