Die Nährstoffaufnahme der Pflanze und was ist zu beachten

Fangen wir doch einmal an. Deine Pflanze braucht Kohlendioxid zum Atmen, sie braucht Licht um Photosynthese zu betreiben und so ihren Energiehaushalt zu regeln, aber was braucht sie noch…… Genau!

Pflanzen sind ebenso wie wir Menschen auf Nährstoffe zum Überleben angewiesen. In diesem Blogartikel bringen wir Dir das Thema Pflanzennährstoffe, wie sie aufgenommen werden und was sie bewirken, näher.

Der Mensch nimmt täglich mehrere Portionen Nahrung zu sich, um sein Stoff- und Energiehaushalt zu managen. Jede dieser Mahlzeiten enthält verschiedenste Nährstoffe wie etwa Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Ballaststoffe usw. Genauso braucht auch die Pflanze ausreichend Nährstoffe. Allerdings ist die Pflanze meist ortsgebunden. So ist sie darauf angewiesen, Nährstoffe in ihrer unmittelbaren Umgebung zu nutzen.

Deine Pflanze benötigt also genau wie Du Nährstoffe in verschiedensten Konzentrationen um ein vitales Leben zu führen. Man unterscheidet hier zwischen Makronährstoffe (Hauptelemente) und Mikronährstoffe (Spurenelemente). Der Unterschied liegt in der Menge der aufgenommenen Stoffe. So benötigt Dein Gewächs wahrscheinlich am meisten Stickstoff gefolgt von Phosphor, Kalium, Magnesium, Schwefel und Kalzium. Natürlich dürfen auch Kohlendioxid, Sauerstoff und Wasserstoff nicht fehlen, diese solllte allerdings im ausreichenden Maße vor handen sein.

Auf der anderen Seite stehen die weniger benötigten Nährstoffe, die Spurenelemente. Hier zu gehören Eisen, Kupfer, Bor, Zink, Molybdän, Silizium und Mangan. Alle diese Nährstoffe erfüllen wie auch in deinem Körper, verschiedenste Aufgaben. Angefangen von Zellbausteinen, über Andockstellen für Emzyme bis zu Energielieferanten, decken diese Elemente alle Aufgaben im pflanzlichen wie auch im menschlichen Leben ab.

Pflanzen nehmen nicht nur über die Wurzeln Nährelemente auf, sondern auch über Spaltöffnungen am Blatt, durch so genannte Stomata. Um diese Nährstoffe an ihren gewünschten Platz zu bringen, hat die Pflanze genau wie wir Menschen ein Netz von Gefäßen, welche diese Stoffe im Pflanzenkörper verteilt. Was bei uns Blutbahn heißt nennt sich bei den Pflanzen das Phloem und Xylem. Das Phloem ist zu ständig für die Verteilung der Nährstoffe und das Xylem für den Wassertransport.

Tipp: Die Nährstoffversorgung der Pflanze hängt natürlich mit deren Wasserversorgung zusammen. Hier kannst Du lesen wie man Zimmerpflanzen richtig gießt.

Bild vertrocknete Sonnenblume

Sink- und Sourceorgane: Ein Geben und Nehmen

Sourceorgane sind die Kraftwerke im pflanzlichen Gewebe. Es sind ältere Blätter, die durch ihre große Fläche mehr lebenswichtige Kohlenhydrate bilden als sie eigentlich benötigen. Diese gelangen dann über das Phloem an Stellen an denen sie benötigt werden, wie bspw. Blüten, Früchte und noch junge Blätter. Diese Stellen, an denen die abtransportierten Kohlenhydrate dann verstoffwechselt werden nennen sich Sinkorgane.

Mobile und immobile Nährstoffe

Neben den Makro- und Mikroelementen unterscheidet man auch noch zwischen mobilen und immobilen Nährstoffen. Mobile Nährstoffe sind Stickstoff in Form von Nitrat, Phosphor als Phosphat, Kalium , Magnesium, Chlor , Zink und Molybdän. Immobile Nährstoffe sind Calcium, Schwefel, Eisen, Bor und Kupfer.

Tritt eine Vergilbung an älteren Blättern auf, so könntest Du auf ein Fehlen von mobilen Nährstoffen tippen, da diese in die Triebspitzen von jungen Blättern abtransportiert werden.

Bild Phosphormangel Maiskolben

Ph-Wert-Abhängigkeit und das gegenseitige blockieren von Nährstoffen

Der pH-Wert gibt Aufschluss darüber wie hoch der Säure- bzw. Basengehalt ist. Er wird auf einer Skalar von 0-14 abgelesen, wobei bei 0-6,4 der saure, bei 6,5-7,5 der neutrale und bei 7,6-14 der basische Bereich liegt. (Reines Wasser hat einen pH-Wert von 7) Er entsteht in Deinem Topf durch die Zusammensetzung von Pflanze und Kleinstlebewesen, sowie organischer (z.B. Humus) und mineralischer Substanz. Verschiedene Pflanzenarten bevorzugen unterschiedlich saure Medien zum Wachsen.

Bei unterschiedlichen pH-Werten lassen sich die Nährstoffe unterschiedlich schwer für die Pflanze lösen. So wird Stickstoff am besten bei 6,5-8, Magnesium und Calcium bei 6-8 und Eisen bei 4-5,5 absorbiert. Wie Du schon erkennen kannst lässt sich Stickstoff, Magnesium und Calcium wunderbar vereinen, doch bleibt die Versorgung mit Eisen, bei Erhöhung des pH-Wertes auf der Strecke, da es schwerer bzw. gar nicht mehr für die Pflanze verfügbar ist. Darum ist es wichtig dass du deine Pflanze in einem Medium hältst in dem sie für sich alle wichtigen Nährelemente so einfach wie möglich aus dem Boden bekommen kann.

Ein anderes Phänomen, welches Mangelerscheinungen begünstigen kann sind das gegenseitige Blockieren von Nährelementen. So hemmt ein Überangebot an Calcium die Versorgung mit Eisen, Magnesium und Kalium. So solltest Du beim Düngen darauf achten dass alle Nährelemente in ausreichender Konzentration zu geführt werden.

Tipp: Auch ein Nährstoffüberschuss im Boden kann zum Mangel an einigen Nährelementen führen. Wie Du eine Überdüngung richtig behandelst liest Du in dem entsprechenden Link.

Bild Rübe Erde

Chlorose und Nekrose: Das Eine führt zum Anderen

Chlorose bezeichnet die Vergilbung von Blättern durch das nicht Bilden oder Abbauen von überlebenswichtigen Chlorophyll. Dies führt zum Abwerfen betroffener Blätter und Früchte sowie zum Kümmerwuchs. Es gibt verschiedene Ursachen für dieses Problem. So kann es zum einen auf einen Mangel an Stickstoff, Schwefel, Eisen, Magnesium und Bor zurück zu führen sein, zum anderen könnte dies auch stressbedingte Ursachen, durch starke Temperaturschwankungen oder einen Virusbefall, haben. Durch eine Chlorose wird Deine Pflanze geschwächt und ist zu dem anfälliger für Infektionen durch Pilze, Bakterien und Viren.

Die Nekrose ist dann das Endstadium einer Chlorose und bezeichnet das Absterben der befallenen Stelle.

Bild sterbene Blumen

Das Gesetz des Minimums

Das Gesetz des Minimums besagt, dass das Wachstum der Pflanze durch den Faktor begrenzt wird, welcher am wenigsten vorhanden ist. Das kann zum einen Licht oder Wasser sein, zum anderen aber auch die Nährstoffe welche eine Pflanze benötigt.

Drei Nährelemente

Wir stellen Dir nun mal drei der wichtigsten Makronährstoffe vor. Wie werden sie aufgenommen und in der Pflanze transportiert? Wofür sie benötigt werden? Und wie Du einen Mangel dieses Stoffes erkennst?

Bild krankes Weinblatt

Stickstoff

Stickstoff ist eines der wichtigsten Elemente. Es wird benötigt bei der Photosynthese als Chlorophyllbaustein, zum Bau jeder Zelle und jedes DNA-Stranges sowie zum Wachstum. So benötigt die Pflanze am meisten Stickstoff in ihrer Vegetationsperiode, aber auch in der generativen Phase kann sie auf ihn nicht verzichten.

Stickstoff steht der Pflanze meist in verschiedenen Formen im Boden, als auch in der Luft zur Verfügung. Diese Formen unterscheiden sich in ihrer Mobilität in der Pflanze, als auch im Boden zu einander. So bevorzugt die Pflanze Nitrat (NO3) vor Nitrit (NO2) und Ammonium (NH4) wegen seiner besseren Löslichkeit. Bei der Aufnahme von Stickstoff über die Blätter ist das wieder rum umgekehrt. So nehmen die Blätter schneller Ammonium auf als Nitrat auf.

Einen Mangel an Stickstoff tritt, wie schon erwähnt vorrangig an älteren Blättern durch Vergilben auf. Die Blattspitzen färben sich rotviolett und die noch jungen Blätter bleiben klein, schmal und blassgrün. Ein Stickstoffmangel führt zu einer Chlorose und im schlimmsten Fall zu einer Nekrose.

Phosphor

Phosphor ist neben Stickstoff eines des wichtigsten Elemente, welche die Pflanze über den Boden aufnimmt. Er wird in Form von Phosphat über die Wurzeln aufgenommen und dient der Pflanze als Energieüberträger und Hilfe bei der Photosynthese und Zellteilung, sowie als Bilder für Enzyme, Blüten, Früchte und Samen. Anzeichen für einen Phosphormangel sind Kümmerwuchs, starre, verformte und rötliche Blätter, ein zurück gebliebenes Wurzelsystem, sowie eine verzögerte oder ausfallende Blüte.

Kalium

Kalium, oder auch kurz Kali, ist das dritt wichtigste Element im Bunde. Es dient der Frostfestigkeit, zur Stabilisierung des Pflanzengewebes, Aktivierung von Pflanzenenzymen, Beteiligung am Stoffwechsel und es regelt den Wasserhaushalt. Einen Kaliummangel erkennst Du daran dass die Blätter, trotz einer guten Wasserversorgung, anfangen schlaff zu werden und von Rand her an vertrocknen.

Tipp: NPK-Dünger steht für die drei Makronährstoffe Stickstoff-Phosphor-Kalium.

Wir hoffen dass Dir dieser kleine Exkurs die pflanzlichen Probleme bei der Nährstoffaufnahme einmal näher bringen konnte. Worum ging es?

  • Charakterisierung von Nährstoffen in Makro- und Mikronährstoffe, sowie in mobil und immobil
  • Was die Nährstoffaufnahme im Boden beeinflusst
  • Wie die Pflanze Nährstoffe verteilt

Wenn Du mehr über das Düngen von Pflanzen erfahren möchtest, schaue Dich unter Deine Zimmerpflanzen düngen: So machst Du es richtig um.

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